Billig bauen durch Eigenleistungen
Wer preiswert bauen möchte, kann einen erheblichen Teil der Baukosten sparen, wenn er so viel wie möglich selbst zupackt
„Wer billig kauft, kauft zweimal“ – so sagt ein deutsches Sprichwort. Das gilt auch beim Hausbau. Billig bauen, indem man qualitativ minderwertiges Material einsetzt und an allen Ecken und Enden spart, bedeutet meistens über Jahre hinweg oder nach kurzer Zeit bereits einsetzende Probleme mit dem Bauwerk.
Wer preiswert bauen möchte, der sollte auf jeden Fall die Materialpreise der verschiedenen Anbieter vergleichen. Häufig kann man dort auch gute Rabatte aushandeln, wenn man das Material für mehrere Bauabschnitte in einem Paket kauft. Manchmal lohnt es sich auch, zwei Dutzend Ziegel mehr zu kaufen, als man benötigt, weil man dann den günstigeren Palettenpreis nutzen kann.
Einige Baumärkte geben Großkunden bei Barzahlung großzügige Rabatte. Also rechtzeitig eine Kundenkarte sichern und mit der Bank abklären, dass man den Kredit als Bargeld oder Barschecks in Anspruch nehmen kann. Auch die Lieferkosten schlagen manchmal heftig zu Buche. Deshalb ist es sinnvoll, sich verschiedene Materialien mit einer Lieferung bringen zu lassen.
Großes Sparpotential ergibt sich bei den Eigenleistungen. Selbst wer keine Fachkenntnisse hat, kann seiner Hände Arbeit dort in bare Münze verwandeln. Dabei sollte man mit den Fachfirmen klären, wo man als Handlanger tätig werden kann. Bestimmte grobe Putzarbeiten kann man recht schnell erlernen, so dass man die Vorarbeiten selbst machen kann und die Fachleute nur die Feinarbeiten machen müssen. Selbst für den Elektriker kann man Hilfsarbeiten machen, indem man zum Beispiel Kabel fädelt. Malerarbeiten sind auch ein gern genutztes Tätigkeitsfeld bei den Eigenleistungen. Tapezieren mit Raufaser ist leichter als es sich anhört und mit Farbwalze streichen hat man auch binnen weniger Minuten mit ein paar erklärenden Worten gelernt.
Viele Banken rechnen den Wert der selbst erbrachten handwerklichen Leistungen beim Kredit dem Eigenkapital zu. Das bringt meistens sogar Einsparungen bei den Zinsen. Bei der Auswahl der zu engagierenden Firmen sollte man mit anderen Bauherren über deren Zuverlässigkeit und Qualität der Arbeit sprechen und darauf achten, dass auch die verlängerte Garantie für Bauleistungen gewährt wird. Dort ist man besonders bei alteingesessenen deutschen Firmen in besseren Händen als bei Billigfirmen im Ausland.
Schon mancher Bauherr, der billig bauen wollte und ein vermeintliches Schnäppchenangebot annahm, hat am Ende durch die Beseitigung der aufgetretenen Mängel ordentlich zugesetzt.
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